Die Kreissynode freut sich mit den Hörder Muslimen, dass ihnen nach einer langen Phase der politischen Auseinandersetzung bald angemessene Räumlichkeiten für das Gebet, die Sozial- und Jugendarbeit, für Frauen- und Seniorenarbeit zur Verfügung stehen werden.
Die Kreissynode unterstützt das Vorhaben des Türkisch-Islamischen Kulturvereins Hörde e. V., sein Gemeindezentrum als Ort der Begegnung und des Dialogs für alle Hörder Bürgerinnen und Bürger zu öffnen. Der Kirchenkreis bietet seinen Beitrag an, damit an diesem Ort Muslime und Christen sich begegnen.
Die Kreissynode würdigt den wichtigen Beitrag, den der Türkisch-Islamische Kulturverein Hörde e. V. seit vielen Jahren für ein gutes Zusammenleben von Christen und Muslimen und für die Integration der türkischen Migranten in Hörde und insgesamt in Dortmund leistet. Der Türkisch-Islamische Kulturverein Hörde e. V. hat sich für die evangelische Kirche in Dortmund als verlässlicher und vertrauenswürdiger Partner erwiesen.
Die Kreissynode begrüßt, dass der Türkisch-Islamische Kulturverein bei der Planung seines Gemeindezentrums mit Moschee auf die Empfindungen einer christlich geprägten Mehrheitsbevölkerung Rücksicht genommen hat. Insbesondere im Blick auf den öffentlichen Gebetsruf (Muezzin-Ruf), der nur zum Hauptgebet am Freitag erschallen wird, wurde ein sozialverträglicher Kompromiss gefunden.
Die Kreissynode nimmt die Ängste und Befürchtungen wahr, die sich in Teilen der Bevölkerung mit dem Neubau eines islamischen Gemeindezentrums in Hörde verbinden. Die öffentliche Diskussion der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass Teile der deutschstämmigen Bevölkerung sich noch kaum auf die dauerhafte Präsenz von Menschen islamischen Glaubens eingestellt haben. Es löst Ängste aus, wenn überkommene Selbstbilder wie das einer homogenen, christlich geprägten Gesellschaft in Frage gestellt werden. Die evangelische Kirche fördert Begegnungen zwischen Christen und Muslimen, damit Vertrauen wächst und Ängste abgebaut werden. Die evangelische Kirche ist auch in Zukunft bereit, im Dialog mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen am „Runden Tisch Grimmelsiepen“, das nachbarschaftliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion zu fördern.
Die Kreissynode bittet alle, die politische Verantwortung tragen, in der Bevölkerung verbreitete fremdenfeindliche Ressentiments nicht für Wahlkampfzwecke zu instrumentalisieren. Die Religionsfreiheit gebietet es, dem Islam und den unter uns lebenden muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit Respekt zu begegnen.
Die Kreissynode erinnert an ihren Beschluss vom 1. März 2004: „Die Kreissynode betont den Respekt vor dem Islam und unterstützt Muslime dabei, gleichberechtigt unter uns zu leben. Muslime haben nicht weniger als Christen einen im Grundrecht der Religionsfreiheit begründeten Anspruch auf den Bau von Gotteshäusern, die ihren Bedürfnissen angemessen sind. Die Kreissynode unterstützt darum das Vorhaben des Türkisch-Islamischen Kulturvereins Hörde e.V., in Hörde „Am Grimmelsiepen“ ein Gemeindezentrum mit Moschee zu bauen.“
Beschluss: einstimmig bei zwei Enthaltungen